Cross-Duathlon Trier – mein 100. Rennen!

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Deutsche Cross-Duathlon Meisterschaft bei Sonnenschein und schnellen Bedingungen!

Endlich war es wieder soweit. Das erste Rennen der Multisport-Saison 2022 stand bevor. Und dazu gleich noch die Deutsche Meisterschaft im Cross-Duathlon. Aber in Anbetracht der Tatsache, daß dieses Rennen mein 100. Multisport-Rennens sein würde, ein fast nebensächlicher Fakt für mich.

Tri-Post Trier lud erneut die besten nationalen Cross-Duathlon in das Waldstadion im Weißhauswald ein, um bei besten Bedingungen und top Organisation ein spannendes Rennen auszutragen. Angenehme sieben Grad und Sonnenschein aus stahlblauem Himmel entlockte den meisten Cross-Duathlon ein breites Lächeln bereits vor dem Start. Auf der Startliste waren bekannte Namen wie Jonas Hoffmann, Jens Roth, Scott Anderson, Hannes Spahn, Timo Böhl oder Marc Pschebizin zu lesen um nur einige zu nennen.

Laufstart – 5k – 40hm.

X-Duathlon Trier - Startaufstellung - photo credit Frank Christmann
X-Duathlon Trier – Startaufstellung – photo credit Frank Christmann

Nachdem ich mich wie die meisten anderen Teilnehmer auf dem Spielfeld des Waldstadion etwas warm gelaufen hatte, begab ich mich in den Startbereich. Exakt 130 Cross-Duathleten warteten auf das Startsignal, welches auch pünktlich um 13:13 Uhr gegeben wurde. Die Meute hetzte los, ich befand mich im vorderen Drittel und lief auf der rotlich lehmigen Innenbahn mit Bedacht, um meinen Vorläufern nicht auf die Hinterfüße zu steigen. Als sich das Starterfeld allerdings nach Verlassen des Waldstadion in die Länge zog stieg das Tempo deutlich an. Vorbei am Wildgehege ging es in mörderischen Tempo bergab. Die Spitzen-Athleten dürften wohl deutlich unter einer Pace von 3 Minuten pro Kilometer unterwegs gewesen sein. Ich bewegte mich auf diesem Teilstück mit einer Pace von ca. 3:12 in die Senke des Weißhauswald-Parkplatz hinunter.

X-Duathlon Trier - Erster Lauf hinab zur Senke des Weißhausparkplatzes - photo credit Lukas Ittenbach
X-Duathlon Trier – Erster Lauf hinab zur Senke des Weißhausparkplatzes – photo credit Lukas Ittenbach

Unten angekommen versuchte ich schnell, aber kontrolliert weiter zu laufen. Über Wurzeln, Wald – und Wiesenwege führte die Laufrunde die Athleten nach einem flachen Kilometer wieder zurück in Richtung Waldstadion. Das Gefälle des ersten halben Kilometers wurde nun zu Steigung.

Als Schikane galt es jedoch davor die “Treppe der Qualen” zu erklimmen. So habe ich bei meiner ersten Teilnahme im Jahre 2019 diesen Teilabschnitt getauft! Es sind dabei gute 10 Höhenmeter auf ca. 50 Metern zu bewältigen. Unterschiedlich gesetzte Stufen nehmen den Rhytmus. Die Oberschenkel brennen und der Puls schießt in die Höhe. Und nach der letzten Stufe geht es weiterhin zum Stadion bergauf! Diese Schikane gehört definitiv zur Schlüsselstelle des Rennens.

Eine letzte steile Rampe führte mich über die Zuschauer-Ränge des Waldstadion zurück auf das Naturoval. Ein flüchtiger Blick auf meine Pulsuhr zeigte mir eine Laufzeit bisher von 9:3x Minuten. Also deutlich unter 4 Minuten pro Kilometer. Alles im Plan! Motiviert lief ich auf dem feucht rot-lehmigen Untergrund eine halbe Bahnrunde zum Ausgang und ließ es bergab erneut laufen.

X-Duathlon Trier - Erster Lauf über die Zuschauerränge - photo credit Lukas Ittenbach
X-Duathlon Trier – Erster Lauf über die Zuschauerränge – photo credit Lukas Ittenbach

Die zweite Laufrunde verging zügig und als ich erneut die “Treppe der Qualen” erneut erklomm, war ich lediglich darauf erpicht diesen ersten Lauf kontrolliert unter 20 Minuten zu beenden. Und das gelang mir auch! Nach 19:41 Minunten piepste die Zeitnahme-Matte. Drei Jahre zuvor beendete ich den 5k-Lauf in 19:34 Minuten. Same, same but different 😉

Wechsel 1.

Laufschuhe aus, Radschuhe an, Helm auf und MTB von der Stange. Die Handgriffe passierten wie von selbst und 44 Sekunden später piepste die Zeitnahme-Matte erneut. Der Wechsel lief wunderbar! Und nur wenige Meter später brachte ich vollsten Druck auf die Pedale, um mich über eine kurze steile Rampe hinauf in den Anstieg des Kockelsberg zu drücken

Radfahren – 24k – 800hm.

Von nun an ging es ca. drei Kilometer bergauf. Über Waldwege und teils technische Single-Trails. Zeit für´s Einrollen blieb damit nicht. Trotz der vorherigen Laufbelastung fühlten sich meine Beine sehr gut an und ich konnte direkt in den MTB-Modus wechseln. Wunderbar!

X-Duathlon Trier - Wechelzone zu MTB - photo credit Lukas Ittenbach
X-Duathlon Trier – Wechelzone zu MTB – photo credit Lukas Ittenbach

Da ich am Vortag zur direkten Vorbereitung diese 6k lange MTB-Runde zweimal abgefahren war, wusste ich was auf mich wartete. Zudem konnte ich mich sehr gut an meine Teilnahme im Jahre 2019 und die schmerzenden Beine auf der 4. Runde erinnern. Ich sollte also trotz des guten Beingefühls die erste Runde nicht überpacen und Körner für den späteren Rennverlauf sparen. und so hatte ich immer ein Auge auf der Pulsuhr um nicht eklatant über die aerob-anaerobe Schwelle zu kommen. 

X-Duathlon Trier - zurück zum Waldstadion - photo credit Lukas Ittenbach
X-Duathlon Trier – zurück zum Waldstadion – photo credit Lukas Ittenbach

Die letzte als auch die vorigen Nächte blieben Regenschauer aus, was den Waldboden sehr sehr trocken und somit sehr sehr schnell machte. Es gab kaum eine Passage bei der es an Grip fehlte. Das merkte man insbesondere am Scheitelpunkt der Strecke, die bekanntermaßen morastig aber diesmal lediglich feucht war. Sehr einfach und schnell ging es durch tiefe ausgetrocknete Spurrillen in die Abfahrt. Knapp ein halber Kilometer später war Fahrgeschick erforderlich, um über die Schikane des Schusters Kreuz zu manövrieren und über den gewundenen aber breiten Forstweg in Richtung Wildgehege abzufahren.

X-Duathlon Trier - im Anstieg des Kockelbergs bei Runde 3 - photo credit Frank Christmann
X-Duathlon Trier – Startnummer 12 im Anstieg des Kockelbergs bei Runde 3 – photo credit Frank Christmann

Die erste Runde war nach ca. 16:34 Minuten vorbei und ich drückte mich die kleine steile Rampe bereits zum zweiten Mal hoch. Und erneut ging es in den Anstieg über den Kockelsberger Weg zum Scheitelpunkt der MTB-Strecke.

Runde 2, 3 und selbst Runde 4 trat ich konstant bei kontrolliertem Puls und beendete Runde um Runde zwischen 16:26 und 16:42 Minuten. Mein Pacing fühlte sich nahezu perfekt an. Aber im Nachgang betrachtet vielleicht etwas zu konservativ und damit zu risikoscheu. Das Mountainbiken endete für mich nach 66 Minuten und 55 Sekunden. Drei Jahre zuvor beendete ich diese Disziplin in 73 Minuten und 02 Sekunden. Same, same but NOT different – today faster, faster 😉

Wechsel 2.

Ich lief zu meinem Wechselplatz und hing mein MTB auf die Stange. Leider verkehrt herum wie mir ein Wettkampfrichter unverblümt mitteilte. Ich tauschte zuerst Rad- gegen Laufschuhe an den Füßen aus, setzte meinen Helm ab und holte dann schließlich das MTB wieder von der Stange, um es richtig herum einzuhängen. Danach ging es mit eiligen Schritten aus der Wechselzone.

Lauf 2 – 2,5k

Ich lief wieder über den inzwischen etwas aufgeweichten roten lehmigen Boden der Naturbahn des Waldstadion, erklomm die Stahltreppe zu den Zuschauerrängen und wollte wie vor drei Jahren auch wieder nach ca. 10 Minuten in´s Ziel einlaufen. Meine Beine fühlten sich sehr gut and und die Laufbewegung erschien mir flüssiger als beim ersten Lauf.

X-Duathlon Trier - Die letzte Stufe der Treppen der Qualen - photo credit Lukas Ittenbach
X-Duathlon Trier – Die letzte Stufe der Treppen der Qualen – photo credit Lukas Ittenbach

Auf der Teerstrasse angekommen flog ich bergab an zwei Athleten vorbei und orientierte mich nach vorne. In der Senke jagte ich direkt an weiteren zwei Athleten vorbei! Das motivierte mich zusätzlich und ich war fest entschlossen keinen Platz herzugeben. Ich wusste, daß das Rennen in wenigen Minuten vorbei sein würde und war bereit mir weh zu tun! Diesen letzten flachen Kilometer lief ich in 3:49 Minuten, was für meine Verhältnisse sehr schnell war und sah, daß nun die “Treppe der Qualen” auf mich wartete. Weniger Sekunden später bog ich rechts ab und stürmte mit schweren Beinen und Maximalpuls hinauf! Dabei nahm ich die letzten Meter meine Hände zu Hilfe und zog mich am Geländer hoch. Oben angekommen trippelte ich ausgepumpt weiter und kam mir dabei soooo langsam vor, daß es mir vor den Zuschauern schon peinlich war! Langsam kam ich über die nächsten Meter wieder zu Atem, die Steigung wurde flacher und ich beschleunigte so gut es ging.

Vielleicht dreihundert Meter vor mir erkannte ich die Silloutte des nächsten Athleten. Nur kurz konnte ich mich an diesem Anblick erfreuen, denn schon bald verschwand er auf den Zuschauerrängen des Waldstadion und ich hetzte so gut es ging die letzten hundert Meter die Steigung hoch. Ein Blick nach hinten zeigte, daß eine große Lücke zu meinen Verfolgern bestand. Von hinten hatte ich also nichts mehr zu befürchten. Und nach vorne würde ich nicht mehr aufschließen können. Von daher war dies der Zeitpunkt an dem meine Platzierung bereits fest stand.

Ich erreichte nun zum letzten Mal die rotbraune Naturbahn des Waldstadion und genoß die Sonnenstrahlen, die meinen Zieleinlauf der Deutschen Meisterschaft im Cross-Duathlon in Trier begleiteten. Ein Blick auf meine Pulsuhr zeigte mir 10:12 Minuten für den zweiten Lauf über 2,5k. Drei Jahre zuvor beendete ich diesen Teilabschnitt in 10:11 Minuten. Same, same but different 😉

Ziel.

Und die Zeitnahme-Matte piepste für die Startnummer 12 heute zum letzten Mal und ich freute mich über das erfolgreiche Finish dieses gefühlt gute Rennens. Meine Platzierung kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Meine Gesamtzeit hingegen hatte ich in großen roten LCD-Ziffern schon gesehen als ich die Ziellinie überquerte. 01:36:49 h.

Wie ich später über die Website des Zeitnahme-Partners erfuhr, ergab das den 23. Gesamtrang aller männlichen Athleten der Deutschen Meisterschaften im Cross-Duathlon. Sowie einen 7. Rang in meiner Altersklasse, was mich völlig überraschte! Wo kamen nur all die guten alten Männer her? 🙂

AK Teilnehmer Team / Verein Jahrg. Lauf 1 Rad Lauf 2 Zeit
1 Krams, Roland TNB Malterdingen 1977 00:18:15.8 00:59:33.4 00:10:00.3 01:27:49.6
2 Bergmann, Christoph TV Einigkeit 1900 Netphen 1973 00:17:49.8 01:03:33.6 00:09:42.0 01:31:05.6
3 Pschebizin, Marc Tri Post Trier 1973 00:18:44.1 01:02:30.8 00:10:02.2 01:31:17.2
4 Schröder, Andreas Triathlon Team Hennef 1974 00:18:54.1 01:01:59.3 00:10:36.1 01:31:29.5
5 Nagel, Jens Tri Post Trier/ Team getFit 1976 00:20:18.6 01:04:17.7 00:10:58.1 01:35:34.5
6 Rop, Tobias Tri Team TRICON Wörth 94 1976 00:18:24.9 01:07:40.5 00:10:20.2 01:36:25.7
7 Arera von Imhoff, Oliver Forstenrieder SC 1976 00:19:41.5 01:06:55.1 00:10:12.7 01:36:49.5
8 Feilen, Christian SC Blau-Weiß Schalkenmehren 1976 00:20:20.2 01:07:57.0 00:10:46.5 01:39:03.8
9 Miel, Cyril David Bardi Triathlon 1974 00:20:27.0 01:09:39.2 00:10:52.7 01:40:59.1
10 Weinandy, Andre Tria Echterdingen e.V. 1975 00:20:18.1 01:15:56.6 00:10:45.2 01:47:00.0
11 Schön, Dirk ALV Mainz 1974 00:23:42.5 01:22:55.1 00:13:40.7 02:00:18.4
12 Ambrosius, Jens TuS05Daun Triathlon 1975 00:24:12.3 01:23:46.0 00:13:24.8 02:01:23.2

Mit etwas mehr Mut beim Mountainbiken wäre vielleicht Platz 6 oder sogar Platz 5 zu holen gewesen, aber alles andere steht in diesem Format auserhalb meiner aktuellen Möglichkeiten! Deshalb Glückwunsch an den deutschen Meister, Vize- sowie Drittplatzierten!

Im Vergleich zu meiner Teilnahme im Jahre 2019 bin ich mit meiner Leistung super zufrieden, denn ich war ziemlich genau sechs Minuten schneller! Bääähm!!! Wobei realtivierend hinzu kommt, daß die äußeren Bedingungen dieses Jahr auch deutlich besser waren. Mit meiner Platzierung hingegen kann ich nicht zufrieden sein, doch steht und fällt dies bekanntermaßen mit der Konkurrenz! Und die war bei meinem 100. Rennen einfach besser 🙂

X-Duathlon Trier - Pro Podium - photo credit by Frank Christmann
X-Duathlon Trier – Pro Podium – photo credit by Frank Christmann

Um abschließend nicht noch die Profis und damit die Top3-Platzierten zu übergehen, nachfolgend die beeindruckenden Split-Zeiten des deutschen Meister, Vize- sowie Drittplatzierten im Cross-Duathlon 2022:

Pl. Teilnehmer Team / Verein Jahrg. Lauf 1 Rad Lauf 2 Zeit
1 Hoffmann, Jonas 1. Tri Finish Münster / Racextract Racing Team 1996 00:15:21.0 00:56:53.9 00:08:18.9 01:20:33.8
2 Roth, Jens Tri Post Trier 1988 00:16:46.3 00:56:23.2 00:09:18.8 01:22:28.5
3 Anderson, Scott ESV Eintracht Hameln 1996 00:16:53.9 00:56:42.7 00:09:39.4 01:23:16.1

Herzlichen Glückwunsch an alle Finisher! Ein riesiges Dankeschön an den Verein Tri-Post Trier und damit die helfenden Hände der Veranstaltung sowie an die DTU als Dachverband! Es war wieder mal ein Fest in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, am Start gewesen zu sein!

 

X-Duathlon Trier

Typ: Cross-Duathlon

Distanz: 5 – 24 – 2,5 k


Datum: 06. März 2022
Nenngeld: 45 €

Laufstrecke 1:

Die Laufrunde hat eine Länge von 2,5k, die beim ersten Lauf zwei Mal gelaufen wird. Es geht vom Trierer Waldstadion am Wildpark-Gehege vorbei und hinab zum Weisshauswaldbrunnen. Im Anschluss wird eine Schleife über Wald- und Wiesenwege gelaufen, die über eine steile Rampe samt Treppe zurück zur Anhöhe des Stadion führt. Ca. 40hm pro Runde.

Radstrecke:

4 Runden, mit insgesamt ca. 800hm; teilweise sehr steil, jedoch gut zu fahren, je nach Witterungsbedingungen matschige Abschnitte, allerdings nicht sehr technisch, überwiegend Wald- und feine Schotterwege; die erste Hälfte der Runde führt bis kurz vor das Hotel am Gipfel des Kockelsberg, danach geht es bergab zum Wildgehege und Waldstadion, um erneut in den Anstieg zu fahren;

Laufstrecke 2:

Gleiche Laufrunde wie erster Lauf, jedoch nur eine Runde zu laufen;

Organisation
90%
Strecke
80%
Publikum
80%
Erlebnis
85%

 

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